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Bahn frei – runter vom Sofa, rein ins Wasser

Bahn frei – runter vom Sofa, rein ins Wasser

Merken Sie sich das! Denn dieser Titel gehört mir. Nur mir! So können Sie es lesen auf der Seite des Börsenblatts des Deutschen Buchvereins – so findet es sich auch in der gedruckten Ausgabe des Börsenblatts. Niemand hat protestiert, also bleibt das auch so. Das ist wichtig, denn ich werde diesen Titel benutzen. Schon bald. Für ein Buch.

Ein Buch?
Genau.

Dieses Buch:

Bahn frei - Buchcover
Der Druckauftrag ist erteilt, demnächst ist es überall erhältlich – zumindest theoretisch. Denn jeder Buchhändler wird es in knapp drei Wochen über die ISBN bestellen können. Online bestellen kann es dann natürlich auch jeder selbst. Es wird ganz sicher im Netz verfügbar sein.
Noch aber druckt der Drucker, schneidet, trägt die Seiten zusammen, baut den Umschlag darum. Danach muss es der Buchbinder noch kleben und binden, stapeln und verpacken. Lange kann das Ganze nicht mehr dauern, ein paar Tage noch.

Und damit steigt meine Nervosität, wie lange nicht.

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Alles ist eitel – Die Liebe zu Texten

„Lesen Sie das mal“, forderte mich vor vielen Jahren mein Deutschlehrer Herr T. auf, ein Sonett vorzulesen. „Sie können das wenigstens richtig!“ Eitel und geschmeichelt von diesem Kompliment schlug ich mein Buch auf und begann, dem Leistungskurs Deutsch die Verse „Alles ist eitel“ des Barockdichters Andreas Gryphius vorzulesen.

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein;
Wo jetzund Städte stehn, wird eine Wiese sein,
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden;

Momente wie diesen gab es öfter in dem Kurs. Und ich war nicht undankbar darüber. Zum Einen genoss ich solche Zeichen der Anerkennung, von denen es in meiner Schulzeit wahrlich nicht viele gab. Jahrelang war ich verglichen mit meinen Mitschülern eher am unteren Ende des Notenspiegels. Zum Anderen war die Wahrscheinlichkeit, dass ich danach noch einmal aufgerufen wurde, sehr gering. Meine mündliche Beteiligung war für diese Stunde erledigt, sofern ich mich danach nicht aktiv zu Wort meldete. Der albernen Frage „Was will uns der Dichter damit sagen?“ musste ich mich nicht stellen.

Ok. Geschenkt. Ganz so blöde wurde in den 80er Jahren die Frage nicht mehr formuliert. Trotzdem war die Intention letztlich die Gleiche: Inhalt, Interpretation, Sinn…
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Wo ist nur Renate hin?

Renate - das Grauen trägt Trekkingsandalen

Man glaubt es nicht, aber Renate scheint sich aus meinem Leben verabschiedet zu haben. Das ist tragisch, traurig und zugleich kurios. Da schreibt man jahrelang gegen Renate, gegen ihre Trekking-Sandalen, gegen ihre nervige, raumgreifende Art an. Da hat man diese durch und durch naive Hoffnung, eventuell die eine oder andere Leserin anzustacheln, ihre innere Renate aufzuspüren und idealerweise abzuwürgen. Und dann: Wenn es denn tatsächlich passiert, ist es auch wieder falsch.

Natürlich: Mein Blog ist viel zu unbedeutend, als dass ich irgendetwas bewirken könnte. Das weiß ich selbst. Nur weil ein grantelnder Typ irgendwo in die Tasten haut und böse, bissig, bisweilen ironisch und gelegentlich frei von irgendeiner political correctness gegen Renate stichelt, ändert sich nichts und niemand. Frustriert wende ich mich anderen Themen zu, denn sich fortwährend über das renatische Fehlverhalten zu mokieren, wird auf die Dauer auch eintönig und langweilig. Denn letztlich ist es doch immer die gleiche Geschichte. Wo ist nur Renate hin? weiterlesen

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Bella Ciao

Vielleicht sollten wir es uns angewöhnen, Bella Ciao wieder öfter zu hören und öfter zu singen. Es war das stolze Lied der italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg, heute ist es eine Hymne, ein Klassiker, bisweilen ein Schlager, oft ein Ohrwurm und plötzlich als Remix ein Sommerhit.

Bella Ciao ist aber vor allem eines: Eine Kampfansage, das Versprechen, gegen den Faschismus Widerstand zu leisten. Vielleicht sollten wir uns darauf rückbesinnen, es kann nicht schaden, es wieder öfter anzustimmen.

Wir können ja schon mal den italienischen Text üben:

Bella Ciao - in den Bergen Italiens Bella Ciao weiterlesen

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Sieben Fragen an Lutz Prauser zu seinem neuen Buch

Von Barbara Hentschke

Im Juni 2018 hat Lutz Prauser das Buch Manchmal sind es Goldstücke (Affiliate Links) veröffentlicht. Nach dem ersten Buch Manchmal sind es Mistviecher aus dem Jahr 2016 liegt nun zweite Lesebuch für Schildkrötenliebhaber und solche, die es werden wollen, vor.
Wieso, weshalb, warum?
Sieben Fragen dazu musste der Autor beantworten. Auf den Zahn gefühlt hat ihn Barbara Hentschke. Georg Strachon hat auf dem NRW Schildkrötenwochenende am Vortragstag in Schermbeck munter fotografiert und die Bilder zur Verfügung gestellt.

1. Du hast ja nun schon das dritte Buch veröffentlicht. Was war für Dich der Grund, Bücher zu schreiben?

Man mag es glauben, oder nicht – ich bin längst nicht ein so kommunikativer Mensch, wie manche von mir denken. Aber ich erzähle sehr gern. Da liegt es auf der Hand, das niederzuschreiben, was ich erzählen will. Das mache ich in meinem Blog, aber auch auf der Testudowelt-Seite. Mal Unterhaltsames, mal Informatives, mal Ernstes. Je nachdem.
Den „atavistischen Schritt“ vom digitalen zum analogen Medium, also vom Internet zum gedruckten Buch finde ich dabei besonders spannend, gedruckt werden ist eben doch mal was anderes.
Der Anschub aber kam immer von außen: „Du solltest ein Buch schreiben“. Das habe ich oft gehört. Also habe ich das gemacht. Zu erzählen gibt es viel, Ratgeberliteratur auch. Also habe ich mich mit dem Verleger Thorsten Geier darauf verständigt, einfach etwas zum Lesen, zum Spaß haben etwas, um sich in der einen oder anderen Episode wiederzufinden, zu schreiben. Zum Glück hat er gleich Interesse gehabt. So sind die Schmöker entstanden. Und wenn durch die Hintertür doch etwas Wissen dabei rüberrutscht… umso besser. Sieben Fragen an Lutz Prauser zu seinem neuen Buch weiterlesen

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Herr P. schreibt ein Buch und sagt: „Bähm!!! Da ist es“

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Und wer mehr wissen will: Auf der Internetseite www.testudowelt.de steht eine ganze Menge über das Buch, was den geneigten Leser und Käufer interessieren könnte. Also werde ich das hier nicht wiederholen. Überhaupt verbietet es die ihm angeborene Bescheidenheit, so richtig auf die Kacke zu hauen und sich selbst über den grünen Klee zu loben und zu erzählen, was für ein kurzweiliges, amüsantes, äußerst lesenswerts und zugleich mit Wissen aufgeladenes Werk ihm gelungen ist.
Auf jeden Fall ist es ein Lesebuch für alle, die Schildkröten lieben und halten und ein Lesebuch für alle, die Schildkrötenhalter lieben…

Kaufen kann man es hier, über den stationären oder Onlinebuchhandel.
ISBN 978-3-944484-14-3

Und jetzt sind die Bahn und der Kopf frei für das nächste Projekt. Zeit wird’s.

 

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Herr P. schreibt ein Buch und meldet: Es ist vollbracht.

Die letzten Wochen in der Fertigstellung des Buches, mit dem Herr P. seine Leser beglücken will, waren zugegebenermaßen etwas anstrengend. Es gab viel zu tun.

Nun könnte Herr P. seinem Verleger sagen: „Hier ist der Text, mach ein schönes Buch draus!“ Dann wäre der Fall für ihn erledigt. Aber der Verleger steht auf dem Standpunkt, wenn schon der Name von Herrn P. auf dem Buchdeckel steht, dann soll Herr P. auch rundum glücklich sein mit dem Werk. Denn wenn Herr P. den bedruckten Packen Papier liebt, dann wird er sich schon auch nach seinen Kräften darum kümmern, dass es Käufer findet. Also bindet er ihn überall mit ein und fährt das vollkommene Wohlfühlprogramm. Auch, damit Herr P. hinterher nichts zu monieren hat. Sets und eifrigst ist er bemüht, die Diva, Herrn P., und seine skurrilen Wünsche zufriedenzustellen.
Wohlan.bleistift

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‚Schreiben gegen Rechts‘: Alles wegen Luigi Lucheni

Die Berlinschreiben-gegen-rechtser Bloggerin Anna Schmidt hat eine Blogparade Schreiben gegen Rechts ins Leben gerufen. Eine Weile habe ich darüber nachgedacht, wie daran teilzunehmen, was schreiben?
Einfach drauf los?
Irgendwas Politisches muss es wohl sein bei dem Thema. Muss es?
Ein Statement?
Wiederholen, was viele schon hundertfach gesagt oder geschrieben haben?

Das alles passt nicht in das Konzept meines Blogs. Statt dessen folgt eine ganz banale Alltagsgeschichte – ein Beispiel, das zeigt, wie Menschen denken (oder auch nicht) und handeln; und wie schnell und einfach sie sich verführen lassen in ihrer unreflektierten, verkürzten Wahrnehmung, wie sie Ereignisse des Weltgeschehes auf ihre kleine, überschaubare Welt umsetzen. Ein historisches Beispiel. Das entnehme ich einem Textmanuskript, an dem ich gerade arbeite.

Zum Verständnis: Ort des Geschehens ist Landshut in Niederbayern im Jahr 1898.

Landshut_Bronner_1898
Landshut, 1898

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